Diabetes Blutwerte Kleines Blutbild: Was Dein kleines Blutbild wirklich über Zucker & Co verrät

Du hast Diabetes und dein kleines Blutbild wirft Fragen auf: Welche Werte zählen wirklich, warum steigt dein HbA1c trotz guter Tageswerte, und wann wird es gefährlich? In diesem Artikel klären wir, wie sich Nüchtern-Blutzucker, Langzeit-Zucker und weitere Labor-Parameter auf deinen Körper auswirken, welche Zahlen Ärzte als „im grünen Bereich“ einstufen und wie du selbst kleine Veränderungen sofort erkennst.

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Kleines Blutbild bei Diabetes: Welche Blutwerte jetzt wirklich zählen

Ein kleines Blutbild ist für Menschen mit Diabetes das Mini-Update fürs eigene System: in drei Minuten ermittelt das Gerät im Praxislabor Blutzucker, HbA1c, Erythrozyten und weitere Parameter, die zeigen, ob der Stoffwechsel im grünen Bereich läuft oder Nachjustierungen nötig sind. Dabei fließt nur eine geringe Menge Blut – meist aus der Fingerbeere – und liefert trotzdem eine belastbare Grundlage für die nächste Therapieentscheidung. Wer die Blutwerte regelmäßig im Blick behält, kann Spätfolgen wie Neuropathie oder Nierenschäden frühzeitig abwenden und Lebensqualität sichern.

Was genau ist ein kleines Blutbild und wie unterscheidet es sich vom großen?

Das kleine Blutbild konzentriert sich auf die wichtigsten zellularen Komponenten: Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit und Leukozyten. Es ist schnell, günstig und reicht für die Routine-Kontrolle eines Diabetikers völlig aus. Der große Blutstatus ergänzt zusätzlich Elektrolyte, Leberwerte und Nierenparameter – sinnvoll bei Verdacht auf Diabetes-Nebenerkrankungen, aber nicht für den Alltag. In der Praxis entscheidet der Diabetologe anhand des klinischen Bildes, ob das kleine Blutbild reicht oder ob ein Erweiterter Bluttest nötig ist.

Welche Blutwerte im kleinen Blutbild geben Aufschluss über den Blutzucker?

Der Blutzucker selbst ist ein Momentaufnahme und wird meist separat mit dem Glukometer oder im Labor bestimmt. Im kleinen Blutbild spiegelt sich die Glukose-Belastung indirekt über den HbA1c-Wert wider, der allerdings gesondert angefordert werden muss. Zusätzlich zeigen Erythrozyten-Morphologie und MCH (mittleres zelluläres Hämoglobin), ob häufigere Hyperglykämien die roten Blutkörperchen bereits verformt haben – ein Frühwarnsystem für mikrovaskuläre Schäden.

Wann sollten Diabetiker ein kleines Blutbild machen lassen?

Die DGPP empfiehlt für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker mindestens alle sechs Monate ein kleines Blutbild, bei Blutarmut oder Blutdruck-Schwankungen sogar alle drei Monate. Ideal ist die Kombination mit dem HbA1c-Test, um den mittleren Blutzucker der letzten acht bis zwölf Wochen zu erfassen. Patienten mit Metformin-Therapie profitieren zusätzlich von der Retikulozyten-Zählung, da das Diabetes-Medikament selten B12-Mangel auslösen kann – ein Zusammenhang, der im kleinen Blutbild indirekt sichtbar wird.

Wie bereitet man sich optimal auf die Blutabnahme vor?

Am Vorabend sollten fettreiche Mahlzeiten und Alkohol vermieden werden, da sie Triglyzeride und Hämolyse verfälschen können. Acht Stunden Nüchtern sind Pflicht, damit der basale Blutzucker nicht durch Postprandiale Peaks verzerrt wird. Medikamente wie Metformin oder SGLT-2-Hemmer werden morgens nach der Blutentnahme eingenommen, um Hypoglykämien in der Wartezeit zu verhindern. Wer Stress oder Infekte hat, verschiebt den Termin – denn Cortisol und CRP können die Blutwerte temporär in die Höhe treiben.

Welche Blutwerte gelten bei Diabetes als grenzwertig und wann wird nachgesteuert?

Ein HbA1c über 6,5 % oder 48 mmol/mol zeigt an, dass der Blutzucker zu häufig über 180 mg/dl liegt – Zeit für die Therapie-Anpassung. Im kleinen Blutbild fallen zusätzlich Erythrozyten unter 4,0 Mio./µl (Frauen) bzw. 4,5 Mio./µl (Männer) auf, deutet auf Anämie hin, die häufig durch diabetische Nephropathie oder B12-Mangel entsteht. Leukozyten über 10 000/µl signalisieren latente Entzündungen, die Insulin-Resistenz zusätzlich erhöhen – dann wird neben der Ernährung auch das Antibiogramm eingeleitet.

ParameterNormwertDiabetes-ZielHandlungsbedarf
HbA1c< 5,7 %< 6,5 %bei > 7 % Medikation anpassen
Erythrozyten4,0–5,2 Mio./µl> 4,0 Mio./µlbei Anämie B12, Eisen, eGFR prüfen
Hämoglobin12–16 g/dl> 12 g/dlbei < 11 g/dl Transfusionsbedarf prüfen
Leukozyten4 000–10 000/µl< 8 000/µlbei > 10 000/µl Infekt oder Steroid-Check
Thrombozyten150 000–400 000/µl> 150 000/µlbei < 100 000/µl Gerinnungsstatus

Diabetes Blutwerte Kleines Blutbild: Was die Laborwerte wirklich verraten – Ihre kompakte Fachglossar-Guideline

Zeigt das kleine Blutbild bereits Hinweise auf Diabetes, oder muss man gezielt auf Zuckerwerte schauen?

Ein kleines Blutbild liefert zwar wichtige Informationen über Hämoglobin, Hämatokrit oder Leukozyten, aber keinen direkten Befund zum Blutzucker. Es fehlen die spezifischen Parameter wie Nüchtern-Glukose oder HbA1c, die erst durch eine gezielte Zucker-Diagnostik erfasst werden. Wenn also Diabetes verdächtigt wird, reicht das Standard-Screening nicht aus – es bedarf zusätzlicher Zuckerwerte, um eine Hyperglykämie oder einen Prädiabetes zuverlässig zu identifizieren.

Warum der Blutzucker im kleinen Blutbild fehlt

Die Routinelabore strukturieren das kleine Blutbild so, dass es blutbildende Organe und Entzündungszeichen abbildet, nicht aber Stoffwechselwerte. Glukose ist ein stromabhängiger Parameter: Innerhalb von Minuten nach der Blutentnahme sinkt die Konzentration, wenn das Serum nicht sofort abgetrennt wird. Deshalb wird Zucker entweder durch Punkt-of-Care-Messgeräte direkt vor Ort oder durch spezielle Laboranforderungen bestimmt.

  1. Bestellkürzel „BGA oder „Blutbild enthält keine Glukose – extra Anforderung nötig.
  2. Transportbedingung: Fluorid-Monovette verhindert den Zuckerabbau bis zur Analyse.
  3. Kostenpunkt: Die EBM-Nummer 32012 (Nüchtern-Glukose) ist separat abrechenbar.

Welche Zuckerwerte wirklich entscheiden sind

Für den Arzt stehen drei Hauptmarker zur Verfügung: Nüchtern-Glukose, oraler Glukosetoleranztest (oGTT) und HbA1c. Jeder Wert beleuchtet einen anderen Aspekt des Kohlenhydratstoffwechsels. Erst das Zusammenspiel erlaubt eine verlässliche Einteilung in Typ-1-, Typ-2- oder Gestationsdiabetes – und verhindert Fehlentscheidungen auf Basis unspezifischer Blutbild-Veränderungen.

  1. Nüchtern ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) an zwei Tagen = Diabetes-Kriterium.
  2. HbA1c ≥ 6,5 % laut WHO; kein nüchternes Pflichtprogramm nötig.
  3. oGTT: 75 g Glukose; nach 2 h ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) = manifest.

So fordern Sie Zuckerwerte beim Hausarzt an

Die gute Nachricht: Sie müssen keine aufwendige Kliniktermine machen. In jeder Hausarztpraxis kann parallel zum Blutbild ein „Zucker-Add-on veranlasst werden. Sprechen Sie das Rezeptzettel-Prinzip an: „Bitte zusätzlich HbA1c und Nüchtern-Glucose. Die Blutabnahme erfolgt in der Regel morgens vor 10 Uhr, nach zwölf Stunden Nahrungskarenz – und kann direkt im Patientenportal wie medulife.net dokumentiert werden.

  1. Vereinbaren Sie einen Nüchtern-Blutabnahmetermin (ab 7 Uhr möglich).
  2. Trinken Sie vorab nur Wasser; Kaffee oder Tee verfälschen Glukose.
  3. Lassen Sie die Werte digital übermitteln – so sehen Sie Trendkurven im Portal.

Welcher Parameter im kleinen Blutbild lässt Rückschlüsse auf erhöhte Blutzuckerwerte und damit auf Diabetes zu?

Im kleinen Blutbild selbst steckt kein Messwert, der direkt den Blutzucker ausweist – dafür braucht es den Blutglukosewert, der erst im großen Blutbild oder im Blutzucker-Selbsttest bestimmt wird. Dennoch liefert das kleine Blutbild einen wichtigen Hinweis: Ist das Hämoglobin A1c (HbA1c) mit auf dem Befundzettel aufgeführt, zeigt es an, wie hoch die durchschnittliche Zucker-Belastung der vergangenen acht bis zwölf Wochen war. Ein HbA1c-Wert von ≥ 6,5 % (48 mmol/mol) gilt laut Deutscher Diabetes Gesellschaft als diagnostisch für Diabetes mellitus. Wer also auf seinem Ergebnis nur „Blutbild“ liest, sollte prüfen, ob HbA1c mit dabei ist – erst dann lassen sich echte Rückschlüsse auf chronisch erhöhte Blutzuckerwerte ziehen.

Warum HbA1c und nicht der einfache Glukosewert?

HbA1c entsteht, wenn Glukose sich dauerhaft an das rote Blutfarbstoff-Molekül Hämoglobin anlagert – je höher der Zucker, desto mehr „verzuckerte“ Hämoglobin-Fraktion. Weil rote Blutkörperchen etwa 120 Tage leben, spiegelt der HbA1c-Parameter nicht den Moment-Stand des Blutzuckers wider, sondern die Durchschnitts-Belastung der letzten Wochen. Das macht ihn robuster gegenüber kurzfristigen Schwankungen durch Stress, Mahlzeiten oder Sport. Deshalb ist er für die Diabetes-Früherkennung und Langzeit-Kontrolle ideal – und inzwischen fester Bestandteil vieler moderner „kleiner“ Blutbild-Profile.

  1. Ein HbA1c von 5,7–6,4 % kennzeichnet Prädiabetes – ein idealer Zeitpunkt für Lebensstil-Änderungen.
  2. Im Gegensatz zum nüchternen Blutzucker muss man für HbA1c nicht nüchtern sein – Praxen führen die Blutabnahme daher ganztägig durch.
  3. Schwankende Eisenwerte oder Blutverluste können das Ergebnis verfälschen – deshalb bewerten Ärzt:innen HbA1c immer im Kontext des kleinen Blutbilds.

Wann lassen sich weitere Hinweise im kleinen Blutbild finden?

Ein erhöhter Blutzucker kann indirekt durch Entzündungszeichen oder Veränderungen der Erythrozyten sichtbar werden. So zeigt eine leicht erniedrigte Hämoglobin-Konzentration (anämische Tendenz) manchmal, dass schon länger osmotischer Stress auf die Zellen wirkt. Auffällig hohe Leukozyten (Leukozytose) könnten Begleit-Entzündungen bei schlecht eingestelltem Diabetes andeuten. Diese Marker sind zwar nicht spezifisch, aber sie regen dazu an, gezielt den Blutzucker und HbA1c nachzumessen.

  1. Besteht Leukozytose mit Linksverschiebung, sollte der Arzt den Nüchtern-Glukose- und HbA1c-Wert bestimmen.
  2. Ein Mikrozyten-Anstieg (kleine rote Blutkörperchen) kann bei Diabetes-Niere auftreten – ein Hinweis für Diabetes-bedingte Komplikationen.
  3. Die Thrombozytenzahl steigt leicht bei chronischer Hyperglykämie – ein weiterer Grund, den Blutzucker genauer zu kontrollieren.

Wie geht man vor, wenn der Verdacht auf Diabetes besteht?

Ein auffälliger HbA1c oder Nüchtern-Glukose-Wert bedeutet noch nicht automatisch „Diabetes“, sondern macht weitere Abklärung Pflicht. Die Labormedizin empfiehlt, den Befund mit einem oralen Glukose-Toleranztest (oGTT) zu bestätigen oder innerhalb von vier Wochen zu wiederholen. Parallel bestimmen Ärzt:innen Kreatinin, Blutfette und Urinstix, um diabetische Folgeschäden oder metabolisches Syndrom auszuschließen. Nur so kann eine gezielte Therapie – sei es mit Ernährungs-Umstellung, Bewegungsplan oder Medikamenten – eingeleitet werden.

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    Ist der Nüchtern-Blutzucker oder HbA1c automatisch im großen Blutbild enthalten, oder muss man sie extra bestellen?

    Nüchtern-Blutzucker und HbA1c sind nicht automatisch im „großen Blutbild“ (dem sogenannten großen Blutbild oder Complete Blood Count, CBC) enthalten. Das große Blutbild umfasst vor allem rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen – also die zelluläre Zusammensetzung des Blutes. Will der Arzt oder die Ärztin Glukosestoffwechsel-Parameter wie Nüchtern-Blutzucker oder den langfristigen Blutzuckerwert HbA1c abrufen, muss er/sie diese gesondert im Labor bestellen. In der Praxis bedeutet das: Ein Standard-Rezept für ein „großes Blutbild“ reicht nicht aus, wenn Sie z. B. einen Prädiabetes oder Diabetes ausschließen wollen – sprechen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt gezielt darauf an.

    Warum tauchen Zuckerwerte nicht im großen Blutbild auf?

    Das klassische große Blutbild ist ein zytologisches Verfahren: Es zählt und klassifiziert Zellen. Glukose oder glykiertes Hämoglobin (HbA1c) sind dagegen chemisch-biochemische Größen, die mit anderen Reagenzien und Geräten gemessen werden. Weil Labore jede einzelne Untersuchung kostenträchtig und zeitintensiv validieren müssen, bleibt das Stoffwechsel-Panel separat – und wird nur auf Anfrage durchgeführt. Für Patienten bedeutet das: Ohne explizite Bestellung landen ihre Zuckerwerte nicht zufällig mit auf dem Befund.

    1. Das große Blutbild wird per EDTA-Röhrchen (lila Deckel) analysiert, HbA1c und Glukose brauchen meist Serum oder Citrat-Flüssigkeit – unterschiedliche Laborgänge.
    2. Die KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) führt die Leistungen in zwei unterschiedlichen EBM-Nummern, was die Trennung zusätzlich verstetigt.
    3. Etwa 15–20 ml Blut werden für ein komplettes Basispaket inkl. Nüchtern-Glukose und HbA1c benötigt – ein einzelnes Röhrchen reicht daher nicht.

    Wie bestelle ich die Zucker-Parameter richtig?

    Im Hausarzt- oder Facharzt-Alltag entscheidet die Verdachtsdiagnose, welche Laborwerte auf dem Überweisungsschein landen. Für Nüchtern-Glukose notiert die Praxis meist „Blutzucker nüchtern“ oder „Glucose f. Serum“, für HbA1c einfach „HbA1c“ oder „Langzeit-Blutzucker“. Achten Sie darauf, dass Sie mindestens 8 Stunden nüchtern sind, da sonst Ihre Werte falsch erhöht ausfallen. Online-Portale wie medulife.net bieten zudem Labor-Check-Pakete an, bei denen Sie die relevanten Parameter direkt zusammenstellen können.

    1. Beim Termin sagen Sie: „Ich möchte bitte Nüchtern-Blutzucker und HbA1c mitbestimmt haben“ – so vermeiden Sie Verwechslungen.
    2. Rezept-Tipp: Lassen Sie gleich Lipidwerte (Cholesterin, Triglyzeride) mit anfordern – sie benötigen ebenfalls nüchternes Blut und erhöhen die Kosteneffizienz.
    3. Nutzen Sie Online-Labordienste: Bestellung bis 18 Uhr, nächster Morgen Blutabnahme vor Ort, Ergebnis digital – ohne Wartezeit auf den Arzttermin.

    Welche Alternativen und Kombi-Panels gibt es?

    Moderne Labore und Preventiv-Check-ups bieten modulare Blut-Panels an. Wer regelmäßig Diabetes-Screening betreibt, kann zu geringem Aufpreis „Glukose + HbA1c + Insulin“ oder „metabolisches Basispaket“ buchen – beides Varianten, die nicht über die Karte laufen und daher keine Zuzahlung zur Folge haben. Private Versicherungen übernehmen oft die gesamte Laborkette, gesetzlich Versicherte sollten mit der Ärztin/dem Arzt individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) besprechen. Der Vorteil: Sie erhalten alle Zucker-Parameter in einem Befund und sparen mehrere Blutabnahmen.

    1. Diabetes-Früherkennungs-Paket: Nüchtern-Glukose, HbA1c

      Unter welcher Abkürzung findet man den Zuckerwert im Blutbild – und woran erkennt man, ob ein Diabetes vorliegt?

      Im Blutbild findet man den Zuckerwert unter der Abkürzung GLU oder BG (Blutglukose). Liegt der Nüchtern-Blutzucker bei wiederholter Messung bei ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder der Langzeitwert HbA1c bei ≥ 6,5 %, spricht man laut aktueller Leitlinie von einer Diabetes mellitus-Erkrankung. Ein auffälliger Glukose-Toleranztest (2-h-Wert ≥ 200 mg/dl) bestätigt zusätzlich die Diagnose.

      Warum ist der nüchterne GLU-Wert entscheidend?

      Der Nüchtern-GLU spiegelt die Basalinsulin-Wirkung wider und ist deshalb der erste Screening-Parameter. Er wird morgens vor dem Frühstück bestimmt, weil Nahrungsreste das Ergebnis verfälschen würden. Ein Wert über 100 mg/dl weist auf eine gestörte Glukosetoleranz hin und sollte ärztlich abgeklärt werden.

      1. Vor der Blutabnahme mindestens 8 Stunden nichts essen, nur stilles Wasser trinken.
      2. Morgendliche Morgenlatenz vermeiden: Termin vor 9 Uhr wahrnehmen, da das Dawn-Phänomen Werte künstlich erhöhen kann.
      3. Kein akuter Stress oder Zahnarzttermin am Vortag – beides lässt Kortisol steigen und verfälscht das Ergebnis.

      Wann spricht der Arzt von einem HbA1c-Alarm?

      HbA1c misst den Anteil glykierter Hämoglobin-Moleküle und bildet so die Durchschnittsglukose der letzten 8–12 Wochen ab. Der Grenzwert von 6,5 % entspricht etwa 48 mmol/mol. Liegt er darüber, ist die Diabetes-Diagnose gesichert – ohne erneute Nüchternheit. Der Wert ist besonders praktikabel, da er nicht von kurzfristigen Ernährungssünden beeinflusst wird.

      1. Bei blutarmen Patient:innen (Hb < 10 g/dl) oder Hämoglobin-Varianten (z. B. HbS) kann der Test zu niedrig ausfallen – Labor vorab informieren.
      2. Schwankt das HbA1c zwischen 5,7–6,4 % spricht man von Prädiabetes: jetzt mit Low-Carb-Abendessen und 10.000-Schritte-Regel gegenzusteuern lohnt sich.
      3. Seit 2023 übernehmen viele Kassen bei Risikopatienten die Kosten für jährliche HbA1c-Tests – Rezept direkt beim Diabetologen anfordern.

      Welche Symptome bestätigen die Laborwerte?

      Typische Warnsignale wie ständiger Durst, Gewichtsverlust trotz normaler Ernährung oder schlecht heilende Wunden treten oft erst auf, wenn der Blutzucker dauerhaft über 180 mg/dl liegt. Kombiniert man diese Symptome mit einem zufälligen GLU-Wert ≥ 200 mg/dl, reicht das laut Weltgesundheitsorganisation bereits zur Diagnose – ein OGTT entfällt dann.

      1. Nächtliches Wadenkrämpfe oder Juckreiz im Genitalbereich sind häufig die ersten Hinweise, besonders bei Typ-2-Diabetes.
      2. Mit der FreeStyle-Libre oder Dexcom-Glukose-Sensor lassen sich Postprandiale Spitzen > 180 mg/dl innerhalb von 15 Minuten erkennen – moderne Wearables machen's möglich.
      3. Bestätigt sich der Verdacht, innerhalb von 7 Tagen zum Diabetologen überweisen lassen, um Micro- und Makroangiopathien rechtzeitig zu verhindern.

      Häufig gestellte Fragen

      Was genau zeigt das „kleine Blutbild“ bei Diabetes und warum ist es wichtig?

      Das „kleine Blutbild“ (KBB) ist zwar kein spezifischer Diabetes-Test, liefert aber zentrale Hinweise auf Ihren allgemeinen Gesundheitszustand und auf mögliche Folgeschäden der Zuckerkrankheit. Es misst Hämoglobin, Hämatokrit, rote und weiße Blutkörperchen sowie Thrombozyten. Bei Diabetes-Patienten kann ein erniedrigtes Hämoglobin auf eine diabetische Nephropathie oder eine chronische Blutung hinweisen, während ein erhöhtes Hämatokrit oft mit einer Dehydratation oder einem Schockzustand einhergeht – beides kritische Begleiterscheinungen bei schlecht eingestellten Blutzuckerwerten. Kurz: Das KBB ist Ihr Frühwarnsystem, das zeigt, ob Zucker Ihre Organe schon belasten.

      Wie oft sollte ich das kleine Blutbild bei Diabetes machen lassen?

      Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfiehlt für Menschen mit Typ-2-Diabetes mindestens einmal jährlich ein komplettes Baseline-Labor, zu dem auch das kleine Blutbild gehört. Haben Sie zusätzlich Bluthochdruck, Nierenleiden oder nehmen Metformin, SGLT-2-Hemmer oder Eisenpräparate, erhöht sich die Frequenz auf alle drei bis sechs Monate. Der Vorteil: Veränderungen im Hämoglobin- oder Hämatokrit-Wert lassen sich so frühzeitig erkennen und therapieren, bevor sie sich zu Anämie, Eisenmangel oder Niereninsuffizienz auswachsen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob ein 3-Monats-Zyklus für Sie sinnvoll ist – besonders wenn Ihre HbA1c-Werte über 7,5 % liegen oder Sie bereits mikrovaskuläre Komplikationen haben.

      Kann das kleine Blutbild einen HbA1c oder Langzeit-Zucker ersetzen?

      Nein – das kleine Blutbild kann den HbA1c-Wert nicht ersetzen. Der HbA1c spiegelt Ihren durchschnittlichen Blutzucker der letzten acht bis zwölf Wochen wider und ist der Goldstandard zur Beurteilung der Stoffwechseleinstellung. Das KBB hingegen zeigt, wie Ihr Körper aktuell mit den Folgen der Zuckerkrankheit zurechtkommt: ob Sie anämisch sind, ob Ihre Nierenblutwerte leiden oder ob sich eine beginnende Infektion ankündigt. Die beiden Parameter ergänzen sich perfekt: HbA1c für Langzeit-Kontrolle und KBB für Akut-Status. Lassen Sie beide Werte immer gemeinsam bestimmen – so erhalten Sie das komplette metabolische Bild und können frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.

      Welche Symptome sollten Menschen mit Diabetes besonders beachten, wenn das kleine Blutbild auffällig ist?

      Achten Sie auf konstante Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei leichten Anstrengungen, Schwindel oder häufige Infekte – diese Zeichen können auf ein erniedrigtes Hämoglobin hinweisen. Bei juckender Haut, Nachtkrämpfen, geschwollenen Knöcheln oder plötzlichem Gewichtsanstieg verdichtet sich der Verdacht auf eine diabetische Nierenschwäche, die sich im kleinen Blutbild durch abnehmende rote Blutkörperchen und ansteigende Kreatinin-Werte äußert. Sehen Sie blasse Schleimhäute oder bemerken Sie kältere Hände und Füße, kann auch eine diabetische Autonomie-Neuropathie die Blutbild-Werte beeinflussen. In jedem Fall gilt: Sofort Termin beim Diabetologen vereinbaren, Laborwerte innerhalb von 48 Stunden wiederholen und gegebenenfalls Eisen, Vitamin-B12 oder ein Erythropoetin supplementieren, bevor eine Anämie Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit zusätzlich belastet.

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