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Amylase (Blutwert): Was bedeutet das Enzym für die Gesundheit?

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Kurzfazit: Amylase ist ein wichtiges Verdauungsenzym, das Kohlenhydrate (Stärke) in Zucker aufspaltet. Bei gesunden Erwachsenen sollte die Alpha-Amylase im Blutserum unter 110 U/l liegen [web:834][web:837]. Deutlich erhöhte Werte deuten häufig auf Probleme mit der Bauchspeicheldrüse oder den Speicheldrüsen hin [web:835].

Bei routinemäßigen Blutuntersuchungen oder beim Verdacht auf Magen-Darm-Beschwerden taucht auf dem Laborbericht häufig der Wert Amylase (oft auch als Alpha-Amylase bezeichnet) auf. Für viele Patienten ist dieser Begriff zunächst ein medizinisches Rätsel.

Tatsächlich leistet dieses unscheinbare Enzym jeden Tag Schwerstarbeit in unserem Körper. Ohne Amylase könnten wir Brot, Nudeln oder Kartoffeln nicht verdauen. Doch der Laborwert ist nicht nur für die Verdauung interessant – er ist auch einer der wichtigsten Marker in der medizinischen Diagnostik, um Erkrankungen bestimmter Organe auf die Spur zu kommen.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen verständlich, welche Aufgaben das Enzym übernimmt, wo die Normalwerte liegen und was es bedeutet, wenn Ihre Laborwerte von der Norm abweichen.

Was ist Amylase und welche Aufgabe hat sie?

Amylase (genauer: Alpha-Amylase) ist ein spezielles Enzym, das in unserem Körper für die Verdauung von Kohlenhydraten zuständig ist [web:834][web:835]. Genauer gesagt spaltet die Amylase große, langkettige Stärkemoleküle in kleinere Zuckermoleküle auf [web:834]. Dieser Prozess ist zwingend notwendig, damit der Darm die Nährstoffe überhaupt in den Blutkreislauf aufnehmen kann.

Der Verdauungsprozess beginnt bereits im Mund: Wenn Sie ein Stück Brot längere Zeit kauen, wird es süßlich. Das liegt daran, dass die Amylase im Speichel sofort anfängt, die Stärke im Brot in Zucker aufzuspalten. Der Hauptteil der Verdauungsarbeit findet jedoch später im Dünndarm statt.

Pankreas-Amylase vs. Speichel-Amylase

In der Labormedizin wird oft zwischen zwei verschiedenen Arten dieses Enzyms unterschieden, je nachdem, wo im Körper es produziert wird:

  • Speichel-Amylase: Wird in den Speicheldrüsen im Mund- und Rachenraum gebildet [web:838]. Sie sorgt für die erste Vorverdauung direkt beim Kauen.
  • Pankreas-Amylase: Wird in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und von dort in den Zwölffingerdarm abgegeben [web:838]. Sie übernimmt den Großteil der Kohlenhydratverdauung.

Normalerweise gelangt nur ein sehr geringer Teil dieser Enzyme in den Blutkreislauf [web:834]. Wenn jedoch die Bauchspeicheldrüse oder die Speicheldrüsen entzündet oder verletzt sind, treten große Mengen des Enzyms in das Blut über – und der Laborwert steigt rasant an [web:834].

Tabelle: Normalwerte im Blut und Urin

Da der Körper Amylase über die Nieren mit dem Urin ausscheidet, kann der Arzt den Wert sowohl im Blutserum als auch im Urin (Spontanurin) messen [web:834]. Die Normalwerte (Referenzbereiche) können je nach Labormethode leicht abweichen [web:835][web:837].

Generell gelten für Erwachsene folgende Richtwerte (in Units pro Liter = U/l):

UntersuchungsmaterialNormalwert (Erwachsene ab 17 Jahren)
Gesamt-Alpha-Amylase (Blut)unter 110 U/l [web:834][web:837]
Pankreas-Amylase (Blut)unter 53 U/l [web:836]
Amylase im Urinunter 460 U/l [web:834][web:837]
Wichtig: Kinder haben in den ersten Lebensjahren oft etwas andere Referenzwerte (z.B. 15 bis 151 U/l im Blut) [web:834]. Besprechen Sie die genaue Interpretation Ihrer Werte immer mit Ihrem behandelnden Arzt.

Amylase erhöht: Was bedeutet das?

Ein erhöhter Amylase-Wert im Blut oder Urin ist ein klassisches Warnsignal in der Medizin. Da das Enzym primär in der Bauchspeicheldrüse und den Speicheldrüsen vorkommt, liegt die Ursache meist in einem dieser Organe [web:835].

Zu den häufigsten Ursachen für zu hohe Werte gehören:

  • Akute oder chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Mumps oder andere Speicheldrüsenentzündungen [web:835]
  • Nierenschwäche (Niereninsuffizienz), da die Enzyme nicht mehr richtig über den Urin gefiltert werden [web:834][web:835]
  • Gallensteine, die den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse blockieren
Tiefergehende Informationen: Wenn Ihr Arzt bei Ihnen erhöhte Werte festgestellt hat, lesen Sie unsere ausführlichen Ratgeber zu den Themen Amylasewert zu hoch sowie speziell zur Pankreas-Amylase Erhöhung.

Amylase zu niedrig: Mögliche Ursachen

Zu niedrige Amylase-Werte sind in der Praxis weitaus seltener als erhöhte Werte, haben aber ebenfalls eine medizinische Bedeutung. Ein niedriger Spiegel kann darauf hindeuten, dass das Gewebe, welches das Enzym produziert, stark geschädigt ist.

Ein verminderter Wert tritt beispielsweise auf bei einer weit fortgeschrittenen chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, bei der große Teile des Organs bereits vernarbt sind. Auch Lebererkrankungen oder Mukoviszidose können in bestimmten Fällen mit ungewöhnlich niedrigen Amylase-Konzentrationen einhergehen.

Häufige Fragen (FAQ) zum Laborwert Amylase

Was ist der normale Amylase-Wert im Blut?

Bei gesunden Erwachsenen liegt die Konzentration der Gesamt-Alpha-Amylase im Blutserum in der Regel unter 110 U/l (Einheiten pro Liter) [web:834][web:837]. Die spezifische Pankreas-Amylase sollte unter 53 U/l liegen [web:836].

Welche Funktion hat die Amylase im Körper?

Amylase ist ein Verdauungsenzym, das Kohlenhydrate (Stärke) in Zucker aufspaltet [web:834]. Dies geschieht bereits im Mund durch die Speichel-Amylase und später im Darm durch die Pankreas-Amylase [web:838].

Warum wird der Amylase-Wert im Urin gemessen?

Ein Teil der im Blut zirkulierenden Amylase wird über die Nieren in den Urin abgegeben [web:834]. Ist der Wert im Urin stark erhöht (über 460 U/l), deutet dies meist auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hin [web:834][web:837].

Auf welche Krankheit deutet ein zu hoher Wert hin?

Ein stark erhöhter Wert ist ein typisches Indiz für eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder eine Blockade durch Gallensteine. Auch Entzündungen der Speicheldrüsen, wie Mumps, können den Wert steigen lassen [web:835].

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