LDH-Wert zu hoch: Bedeutung, Ursachen und nächste Schritte

LDH-Wert zu hoch: Was bedeutet das?

Direkte Antwort: Ein erhöhter LDH-Wert bedeutet, dass im Körper möglicherweise Zellen oder Gewebe geschädigt wurden und das Enzym Lactatdehydrogenase ins Blut gelangt ist. Der Wert ist jedoch unspezifisch: Er zeigt allein weder das betroffene Organ noch die genaue Ursache. Auch eine hämolytische Blutprobe, intensive körperliche Belastung oder bestimmte Medikamente können den LDH-Wert erhöhen.

Stand: 6. August 2026. Ein einzelner erhöhter Laborwert ist keine Diagnose. Maßgeblich sind der Referenzbereich des untersuchenden Labors, die Höhe und Entwicklung des Werts, Beschwerden sowie weitere Blut- und Bildgebungsbefunde.

LDH-Wert zu hoch: Bedeutung auf einen Blick

BefundMögliche BedeutungTypischer nächster Schritt
Leicht erhöht, keine BeschwerdenKann vorübergehend sein, etwa nach Sport oder durch eine hämolytische Probe.Kontrollmessung und Vergleich mit anderen Laborwerten.
Deutlich oder wiederholt erhöhtKann auf stärkeren oder anhaltenden Zell- beziehungsweise Gewebeschaden hinweisen.Gezielte Abklärung von Blut, Leber, Muskeln, Lunge, Nieren oder anderen Organen.
LDH erhöht plus auffällige SymptomeDie Bedeutung hängt von Beschwerden und Begleitwerten ab.Zeitnahe ärztliche Beurteilung.
LDH erhöht bei hämolytischer ProbeRote Blutkörperchen können bereits bei Blutentnahme oder Transport zerfallen sein.Erneute Blutabnahme kann notwendig sein.

Was ist LDH?

LDH steht für Lactatdehydrogenase. Das Enzym kommt in fast allen Körpergeweben vor und ist am Energiestoffwechsel der Zellen beteiligt. Besonders hohe Mengen befinden sich unter anderem in:

  • Muskulatur,
  • Leber,
  • Nieren,
  • roten Blutkörperchen,
  • Herz,
  • Lunge und
  • weiteren Organen.

Werden Zellen durch Erkrankung, Entzündung, Verletzung oder Sauerstoffmangel geschädigt, kann LDH in das Blut oder andere Körperflüssigkeiten freigesetzt werden. Deshalb gilt LDH als allgemeiner Marker für möglichen Gewebeschaden, aber nicht als organspezifischer Diagnosewert.

LDH-Wert zu hoch: Welche Ursachen sind möglich?

Die Liste möglicher LDH-Wert-Ursachen ist breit. Ein erhöhter Wert muss immer zusammen mit Symptomen und anderen Laborwerten interpretiert werden.

Häufige oder naheliegende Ursachen
  • Hämolyse der Blutprobe
  • Intensive körperliche Belastung
  • Muskelverletzung oder Muskelschaden
  • Infektion oder Entzündung
  • Lebererkrankung
  • Anämie mit gesteigertem Zellabbau
Weitere mögliche Ursachen
  • Nierenerkrankung
  • Lungenerkrankung oder Lungenembolie
  • Pankreatitis
  • Größere Verletzung oder Operation
  • Bestimmte schwere Infektionen
  • Einige Blut- und Krebserkrankungen

LDH-Enzym zu hoch durch Hämolyse der Blutprobe

Eine der wichtigsten harmlosen beziehungsweise technischen Erklärungen ist eine hämolytische Probe. Dabei zerfallen rote Blutkörperchen während oder nach der Blutentnahme. Da rote Blutkörperchen viel LDH enthalten, kann der gemessene Wert dadurch künstlich ansteigen.

Mögliche Gründe sind:

  • schwierige Blutentnahme,
  • zu starke oder zu lange Stauung,
  • mechanische Belastung der Probe,
  • ungeeigneter Transport oder
  • verzögerte Verarbeitung.

Praktischer Hinweis: Ist im Laborbefund „hämolytisch“, „Hämolyse“ oder ein erhöhter Hämolyseindex vermerkt, kann eine Wiederholung der Blutabnahme sinnvoll sein.

Kann Sport den LDH-Wert erhöhen?

Ja. Intensive sportliche Belastung kann Muskelzellen vorübergehend beanspruchen und den LDH-Wert erhöhen. Besonders relevant sind ungewohnte Kraftbelastung, lange Ausdauerbelastung, Wettkämpfe oder Muskelverletzungen.

Zur Einordnung werden häufig weitere Muskelwerte betrachtet, vor allem die Kreatinkinase (CK). Ein Arzt kann empfehlen, vor einer Kontrollmessung für eine gewisse Zeit auf intensiven Sport zu verzichten.

LDH-Wert erhöht bei Lebererkrankungen

Auch Erkrankungen oder Schädigungen der Leber können einen erhöhten LDH-Wert verursachen. Für die Leberbeurteilung sind jedoch andere Werte meist aussagekräftiger, beispielsweise:

  • ALT beziehungsweise GPT,
  • AST beziehungsweise GOT,
  • Gamma-GT,
  • alkalische Phosphatase,
  • Bilirubin und
  • Gerinnungswerte.

Ein isoliert erhöhter LDH-Wert beweist keine Lebererkrankung. Erst das Muster mehrerer Laborwerte und gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung ermöglicht eine bessere Zuordnung.

LDH-Wert zu hoch bei Anämie oder Hämolyse im Körper

Werden rote Blutkörperchen im Körper verstärkt abgebaut, kann LDH deutlich ansteigen. Eine solche Hämolyse kann mit einer Blutarmut verbunden sein.

Typische ergänzende Untersuchungen sind:

  • Blutbild und Hämoglobin,
  • Retikulozyten,
  • Haptoglobin,
  • indirektes Bilirubin,
  • Blutausstrich und
  • gegebenenfalls Coombs-Test.

Ein Muster aus erhöhtem LDH, niedrigem Haptoglobin und erhöhtem indirektem Bilirubin kann zu einem gesteigerten Abbau roter Blutkörperchen passen, muss aber ärztlich bewertet werden.

Ist ein hoher LDH-Wert ein Zeichen für Krebs?

Ein erhöhter LDH-Wert kann bei bestimmten Krebserkrankungen vorkommen, unter anderem bei Lymphomen, Leukämien, multiplem Myelom, Hodenkrebs oder fortgeschrittenem Melanom. LDH kann in solchen Situationen zur Einschätzung des Krankheitsverlaufs oder zur Therapiekontrolle verwendet werden.

Wichtig: Ein erhöhter LDH-Wert allein ist weder ein Krebsnachweis noch ein geeigneter allgemeiner Krebs-Früherkennungstest. Sehr viel häufigere und auch harmlose Ursachen müssen zuerst berücksichtigt werden.

Welche Beschwerden können zusammen mit hohem LDH auftreten?

LDH selbst verursacht keine typischen Beschwerden. Symptome entstehen durch die zugrunde liegende Ursache. Dazu können je nach Erkrankung gehören:

  • Fieber oder Infektzeichen,
  • ungewöhnliche Müdigkeit,
  • Blässe, Gelbfärbung der Haut oder dunkler Urin,
  • Muskelschmerzen oder Muskelschwäche,
  • Brustschmerzen oder Atemnot,
  • Bauchschmerzen,
  • ungeklärter Gewichtsverlust,
  • Nachtschweiß oder
  • vergrößerte Lymphknoten.

Wann sollte ein erhöhter LDH-Wert dringend abgeklärt werden?

Bei folgenden Beschwerden sollte unabhängig vom Laborwert eine rasche medizinische Abklärung erfolgen:

Akute Warnzeichen
  • plötzliche Atemnot,
  • starke Brustschmerzen,
  • neurologische Ausfälle,
  • Bewusstseinsstörung,
  • starke oder zunehmende Bauchschmerzen,
  • Gelbsucht,
  • sehr dunkler Urin mit ausgeprägter Schwäche,
  • hohes Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl.

Ein deutlich erhöhter oder rasch ansteigender Wert sollte zudem zeitnah ärztlich besprochen werden, besonders wenn weitere Laborwerte auffällig sind.

Wie wird ein erhöhter LDH-Wert abgeklärt?

  1. Laborbefund prüfen: Referenzbereich, Einheit, Höhe und Hämolysehinweis kontrollieren.
  2. Verlauf beurteilen: Einmaliger Wert oder wiederholte Erhöhung?
  3. Beschwerden und Vorgeschichte erfassen: Infekt, Sport, Verletzung, Medikamente und Vorerkrankungen berücksichtigen.
  4. Begleitwerte auswerten: Blutbild, Leber-, Nieren-, Muskel- und Entzündungswerte vergleichen.
  5. Kontrollmessung durchführen: Besonders bei möglicher Probenhämolyse oder vorübergehender Belastung.
  6. Gezielte Diagnostik: Je nach Befund beispielsweise Ultraschall, Röntgen, CT, MRT oder hämatologische Untersuchungen.

Welche Laborwerte werden zusammen mit LDH geprüft?

ZusatzuntersuchungMögliche Fragestellung
BlutbildAnämie, Infektion oder Veränderungen der Blutzellen
Haptoglobin und BilirubinHinweise auf Hämolyse
AST, ALT, Gamma-GTLeber- oder Muskelschädigung
CKMuskelschaden
Kreatinin und eGFRNierenfunktion
CRP und BlutbildEntzündung oder Infektion
TroponinVerdacht auf akute Herzmuskelschädigung; heute spezifischer als LDH

LDH-Isoenzyme: Können sie die Ursache zeigen?

LDH kommt in verschiedenen Isoenzymformen vor. Diese verteilen sich unterschiedlich auf Organe und Gewebe. Eine Isoenzymbestimmung kann Hinweise geben, woher eine Erhöhung stammt. In der modernen Diagnostik werden jedoch häufig spezifischere Laborwerte und bildgebende Verfahren bevorzugt.

Auch ein auffälliges Isoenzymmuster ist keine alleinige Diagnose und muss mit den übrigen Befunden abgeglichen werden.

Was kann man selbst tun, wenn das LDH-Enzym zu hoch ist?

Es gibt keine allgemeine Maßnahme, die LDH unabhängig von der Ursache „senkt“. Behandelt wird die zugrunde liegende Erkrankung oder Belastung.

  • Laborbericht und Medikamente zum Arzttermin mitnehmen.
  • Intensiven Sport vor einer Kontrollmessung nur nach ärztlicher Empfehlung pausieren.
  • Medikamente nicht eigenständig absetzen.
  • Auf neue Beschwerden achten.
  • Empfohlene Kontroll- und Zusatzuntersuchungen wahrnehmen.

Häufige Fragen zum erhöhten LDH-Wert

Was bedeutet es, wenn der LDH-Wert zu hoch ist?

Ein erhöhter LDH-Wert kann auf Zell- oder Gewebeschaden hinweisen. Der Wert ist unspezifisch und zeigt allein weder das betroffene Organ noch die genaue Ursache.

Welche Ursachen hat ein zu hoher LDH-Wert?

Mögliche Ursachen sind unter anderem eine hämolytische Blutprobe, intensive Belastung, Muskel-, Leber-, Nieren- oder Lungenerkrankungen, Infektionen, Hämolyse und bestimmte Blut- oder Krebserkrankungen.

Kann der LDH-Wert durch die Blutabnahme zu hoch sein?

Ja. Zerfallen rote Blutkörperchen in der Probe, kann LDH künstlich erhöht sein. Ein Hämolysehinweis im Laborbericht spricht für diese Möglichkeit.

Ist ein hoher LDH-Wert automatisch Krebs?

Nein. LDH ist kein spezifischer Krebstest. Viele andere, häufigere Ursachen können den Wert erhöhen.

Welcher LDH-Wert ist normal?

Der Referenzbereich hängt von Labor, Messmethode, Alter und teilweise Geschlecht ab. Entscheidend ist der auf dem persönlichen Laborbefund angegebene Bereich.

Sollte ein erhöhter LDH-Wert kontrolliert werden?

Eine Kontrollmessung ist häufig sinnvoll, besonders bei einer isolierten Erhöhung, möglicher Hämolyse oder vorangegangener intensiver Belastung. Das weitere Vorgehen entscheidet der behandelnde Arzt.

Offizielle medizinische Quellen

Weitere passende Informationen

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Ein erhöhter LDH-Wert muss anhand des individuellen Laborbefunds, der Beschwerden und weiterer Untersuchungen beurteilt werden.

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